Die Arbeitsweise Schlaffhorst-Andersen

 

Die Arbeitsweise Schlaffhorst-Andersen

Ziel der Arbeitsweise Schlaffhorst-Andersen ist die Wiederherstellung gesunder natürlicher Organfunktionen als Grundlage für eine lebendige Einheit von Leib, Seele und Geist. Im Zentrum steht die Arbeit an der physiologischen Dreiteiligkeit des Atemrhythmus. 

Fünf Regenerationswege wurden dazu entwickelt:

Kreisende, schwingende, rhythmische Bewegung, Atmen und Tönen.

Der Arbeitsweise liegt ein ganzheitlicher Ansatz zu Grunde, die Techniken können bei Bedarf aber störungsspezifisch eingesetzt werden. Besondere Bedeutung kommt dabei dem Rhythmus der Atmung und der Bewegung zu.

Der Mediziner Herbert Krauß beschrieb die rhythmischen Atemphasen (den dreiteiligen Atemrhythmus) nach Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen wie folgt:

  • inspiratorisches Spannen der entsprechenden Muskeln, insbesondere des Zwerchfells mit dem Aufbau der elastischen und viskösen Kräfte in den Lungen und im äußeren Atemapparat,
  • Ausatmung als Phase muskulärer Abspannung,
  • Atempause als den entscheidende Abschnitt für die Herstellung der optimalen Ausgangslage für die neue Atemperiode. (vgl. Herbert Krauß, Atemtherapie, S. 156)

Es kommt nach Krauß zu einer rhythmischen »funktionsgerechten zeitlichen Bemessung der drei Atemphasen« in den Schwingeübungen nach Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen.

Unter allen Übungsweisen der Methode ist das „Schwingen“ am bekanntesten geworden.

Das Schwingen ist in der Übungsweise nach Clara Schlaffhorst und Hedwig Andersen eine Bewegung, die zum Verständnis des Zusammenhangs von Atem und Stimme hinführen soll.

Martaluise Merckens schreibt dazu in ihren Unterrichtsnotizen von 1941:

„Im Leben und Werk von Clara Schlaffhorst spielte die schwingende Bewegung eine bedeutende Rolle. In der von ihr entwickelten Übungsform des Schwingens trafen sich für sie ihre ureigensten Wünsche. Sie wollte einst tanzen und musste dann singen. Die Bewegungsformen des Schwingens und Kreisens dienen den Tänzern wie den Sängern. Sie stellen die Verbindungen her und sind in beiden Bereichen verantwortlich für die Übergänge, die schwingend und kreisend erreicht werden müssen. Alles Lebendige ist schwingend und kreisend miteinander verbunden. Schwingung ist nach Clara Schlaffhorst ein Teil des Rhythmus.“